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Katsching-Magazin | Sarissa
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Mediamarkt_Titel Kommunalpolitik
sarissa

Dass viele Unternehmen unserer Oberschwaben- / Bodenseekreis-Region international tätig sind, ist bestimmt jedem klar. Aber nicht selten kommt es vor, dass gerade bei „kleineren“ Firmen nicht jeder sofort weiß, welche Produkte sie eigentlich herstellen oder welche Dienstleistungen sie anbieten.

Allerdings steht die Größe einer Unternehmung nicht gleich in Bezug zu deren Erfolg oder die Relevanz der jeweiligen Produkte. So zum Beispiel gibt es eine Firma aus Weingarten mit gerade mal acht Mitarbeitern, welche seit 2010 existiert und seit letztem Jahr ein maßgeblich wichtiger Partner an einem so noch nie dagewesenen Vorhaben in Amerika ist.

Satelliten in Serie bauen, das gab es so bislang nicht. Für ein internationales Projekt jedoch, das sogenannte OneWeb-Projekt, sollen bis ins Jahr 2019 knapp 700 Satelliten gebaut werden. Heißt konkret: Bis zu vier am Tag. Ziel ist es unter anderem, weltweit in ländlichen Regionen kostengünstigen Zugang zum Internet zu schaffen. Denn laut Greg Wyler, dem Gründer von OneWeb, decken die Kabel,- oder Faserverbindungen nur einen sehr, sehr kleinen Anteil am globalen Markt ab. Jedoch sind es gerade diese Zugänge, die den Regionen einen wirtschaftlichen Aufschwung bringen würden.

Ein grosses Vorhaben also. Wie aber stellt man sicher, dass die Produktion der Satelliten fehlerfrei abläuft, um keine Zeit zu verlieren und das Projekt somit zu verzögern?

Hier kommt das hiesige Unternehmen Sarissa GmbH aus Weingarten ins Spiel, dessen Produkte schon von zahlreichen bekannten Anwendern wie zum Beispiel der Daimler AG, Robert Bosch GmbH oder auch der BMW AG eingesetzt werden. Ein wahrer „Hidden Champion“ unserer Region also, mit einem Produkt, das gerade einmal so groß ist, dass es in einen einzigen Karton hineinpasst und doch schon weltweit im Einsatz ist – wie hier am Beispiel des internationalen OneWeb-Projektes zu sehen ist. Das Unternehmen stellt sogenannte Assistenzsysteme her, bei welchen sich alles um das Thema Schall dreht. Genauer gesagt arbeitet der Betrieb im Ultraschallbereich und ist ein Bindeglied zwischen Mensch und Maschine. Dabei gibt es in diesem System sogenannte Sender, die Ultraschallimpulse aussenden, durch die es möglich ist, genaue Positionen zu bestimmen. Doch was passiert mit dieser Ortsinformation?

Natürlich gibt es zu dem Sender auch den passenden Empfänger. So kann durch den angebrachten Sender beispielsweise genau lokalisiert werden, wo sich Ihr Werkzeug befindet. Die Koordinaten werden Ihnen Millimeter genau auf Ihrem Monitor angezeigt und das Werkzeug kann per W-LAN freigegeben oder gesperrt werden. Denkt man jedoch weiter, kann dieses System so eingesetzt und programmiert werden, dass es Sie bei der Montage unterstützt und Ihnen anzeigt, welchen Schritt Sie als nächstes tun müssen, um ein Produkt z.B. zu verbauen. Dabei merkt es sofort, falls Sie nach der falschen Schraube greifen oder ein Bauteil nicht richtig angebracht haben. Dies geschieht zum Beispiel durch einen Sender, den Sie wie ein Armband um das Handgelenk tragen. Es ist also eine digitale Arbeitsanweisung, welche gleichzeitig Fehler bemerkt und Ihnen den richtigen Weg angibt. So können Fehler direkt während der Verarbeitung vermieden und Reklamationen im Nachhinein verhindert werden. Natürlich wird Volker Jauch, Geschäftsführer der Sarissa GmbH, häufig dieselbe Frage gestellt: „Werden alle Fehler aufgezeichnet? Ist es nicht eine Art der Überwachung der Arbeitnehmer, durch die der Arbeitgeber die Effizienz der jeweiligen Person überprüfen kann?“.

satellit

Berechtige Frage, allerdings ist das (vor allem in Deutschland) aus datenschutzrechtlichen Gründen so nicht erlaubt. Zwar könnte das Gerät ganz genau dokumentieren, wann die Person wo und wie schnell hingreift und dadurch ein Bewegungsprofil erstellen, jedoch darf und möchte das Unternehmen diese Daten nicht speichern.  Somit achtet das Gerät nur auf diesen einen Schritt, der als nächstes zu tun ist. Sobald der Arbeiter diesen Schritt erledigt hat, wird er vergessen. Natürlich wird am Ende des Tages ein Resümee gezogen, also eine Dokumentation, wie viele Teile insgesamt hergestellt wurden – allerdings ist dies eine gängige Art und Weise der Dokumentation in Produktionsstätten. Auch gesundheitsschädlich seien diese Assistenzsysteme nicht, dies hat sich der Geschäftsführer von einem Institut der Berufsgenossenschaft zertifizieren lassen. Der Preis eines solchen Produktes liegt bei circa 17.000 €. Lassen wir uns überraschen, was wir in Zukunft noch von dieser Firma aus Weingarten zu hören bekommen.

PS: Wer bis hierhin immer noch nicht verstanden hat, was die Geräte eigentlich so ganz genau machen – spätestens nach diesem Video folgt bestimmt die Erleuchtung:

text: annika riemer
grafik: désirée keller

Ein großes Vorhaben also. Wie aber stellt man sicher, dass die Produktion der Satelliten fehlerfrei abläuft, um keine Zeit zu verlieren und das Projekt somit zu verzögern?