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Katsching-Magazin | Ein fast perfekter Tag zum Shoppen?
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Ein fast perfekter Tag zum Shoppen?

Bevor Sie diesen Text lesen und sich jedermann echauffiert, möchte ich klarstellen, dass die folgenden Zeilen nur als Denkanstoß zur Verbesserung von Kundenservice und Einkaufsverhalten beitragen sollen. Ich liebe es in Ravensburg einzukaufen und Sie können mir glauben, mein Geld bleibt in der Stadt bzw. der Region. Mein Kleiderschrank ist voll von Kleidung von Bredl und Reischmann, mein Haus und Heim ist gepimmt von Obi, Thommel, König, Bihler oder Halb 8 (um nur einige zu nennen). Ich kaufe auf dem Wochenmarkt viele meiner Lebensmittel, bin jeden Sonntag bei Haller und decke mich mit noch mehr Obst und Gemüse ein. Ich laufe mit meiner Amazonbücherliste zu Ravensbuch und bestelle meine Bücher in der Innenstadt und ich liebe es in der Stippe, dem Cafe Glücklich oder im Humpis zu dinieren und zu verweilen. Aber nun die fiktive Geschichte (alles wahre Begebenheiten) eines fast perfekten Shoppingtags.

kaffee

Es ist ein schöner ruhiger Samstagmorgen. Meine Freundin lächelt mir schon beim Aufwachen ins Gesicht und der Tag hätte nicht besser starten können. Langsam stehe ich auf, um uns frischen Kopi Luwak Kaffee zu machen. Diesen wirklich besonderen Kaffee konnte ich zu einem guten Kurs bei La Dolce, dem ehemaligen Kaffeegeschäft in der Marktstraße, kaufen und nun immer noch genießen. Nach langem hin und her und einem tollen Frühstück mit sensationellen Brötchen und Brot von der Bäckerei Müller in der Ravensburger-Weststadt, machen wir uns auf in die Ravensburger Innenstadt. Das gesparte Geld ist in der Tasche (EC-Karte) und meine Dame und ich voller Einkaufsdrang. Los geht es mit einem Umtausch. Ein Produkt, welches ich gekauft habe und verschenken wollte (nennen wir das Produkt mal „x“), hatte die beschenkte Person schon und ich wollte es somit gegen ein anderes Produkt (nennen wir es „y“) eintauschen.

A long story short, der Umtauschprozess gestaltete sich als höchst problematisch. Die erste These im Geschäft war, ob ich das Produkt x denn auch in diesem Geschäft gekauft hätte und nun (da ich dort nicht im Kundenstamm hinterlegt bin) von meiner Seite aus argumentieren musste und Beweise liefern sollte (Kassenbon und solche antiquierten Dinge). Nach langem hin und her, das mir sehr unangenehmem war, wurde dann entschieden, dass das Produkt x wohl wirklich bei diesem Geschäft gekauft wurde. Was leider folgte, war meine Anforderung respektive Überforderung Produkt x nun gegen y zu tauschen, da y nun etwas teurer war als x. Zusatzumsatz für den Verkäufer, dachte ich. Dachte ich, denn das Kassensystem kann das nicht darstellen und ob ich nicht ein Produkt haben möchte, welches den gleichen Preis hat. Wollte ich nicht. Ich habe das Produkt y dann einfach online bestellt und fertig. Einfach beim Verlassen des Geschäftes. Mobil, schnell und das Onlinegeschäft weiß immer was ich gekauft habe und nimmt einen Umtausch geräuschlos jederzeit hin. Da sollte man mal drüber nachdenken.

Nach diesem kleinen Frust wollte ich erst mal eine kleine Kaffeespritze nachsetzen und bewegte mich zu einem Cafe. „Kein Service“ steht da immer auf den Tischen. „Kein Service“ finde ich super. Was ich nicht verstehe ist, dass ein Kaffee dann 3,90€ kostet und ich mir diesen wackelig selbst durch die Gegend tragen soll. Aber egal, wir trinken nun zwei Kaffee für 7,80€ und bringen uns den halt selber – machen ja alle und muss dann wohl richtig sein. Nach dieser kurzen Pause ab zum nächsten Laden. Bei diesem habe ich mir ein paar Tage vorher vier Produkte bestellt und wollte mir diese nun abholen. Ich hoffte, dass die Produkte auch da sind. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich bei Onlinehändlern immer eine Info erhalte, wann mein Produkt kommt sowie eine zwischenzeitliche Erinnerung, wann mein Produkt auch wirklich da ist. Bei mir zu Hause natürlich. Sogar meine Zahnärztin verschickt nun Terminerinnerungen per SMS. Geiler Service irgendwie.

Aber viel geschrieben. Ich nun zu meinem Händler und die Produkte waren auch bereits geliefert. Ich freue mich und mache mich gleich auf den Weg zur Kasse. An der Kasse werden meine Produkte nun in Empfang genommen und ich sage sofort, dass ich kein Bargeld habe und mit Karte zahlen möchte. Ich ernte natürlich einen bösen Blick, denn die EC-Karte ist Teufelszeug. Leider mag ich dieses Teufelszeug und meine Beweggründe dazu sollen auch mein Recht bleiben. Nun ja, die unfreundliche Dame nimmt nun meine EC Karte entgegen (Wert der Produkte 77,70€) und ich darf zahlen. Nach der Zahlprozedur wird mir meine Ware über den Ladentisch zugeschoben. Ich frage darauffolgend die revolutionäre Frage: „darf ich eine Tüte haben?“. „Ja“ lautet die Antwort. „10 Cent bitte“. Meine erneute Anmerkung, dass ich ja kein Bargeld habe, war der Verkäuferin wohl egal. Ich verließ somit den Laden mit meinem Einkauf im Arm. Beste Bedingungen also, um weiter shoppen zu gehen. Ich fragte mich dann, wie Amazon das wohl macht. Die müssen um jedes Produkt sogar einen ganzen Karton packen und da sind auch noch Gutscheine und alle möglichen anderen Dinge beigelegt.

Abgehakt, der Einkauf muss weitergehen. Einfach weiter zum Anzugkaufen. Ich muss ja bei der Arbeit gut aussehen. Zum Fachhändler gleich um die Ecke. Laden betreten und freundlich um Hilfe gebeten. Das hätte ich vielleicht nicht machen sollen. Erste Frage im Geschäft: „was darf der denn Kosten“. Meine Antwort: „mhhhhh, keine Ahnung, die Frage ist für mich unangenehm. Denn wenn ich Ihnen nun sage, dass ich nicht viel Geld ausgeben möchte, stehe ich doof da und wenn ich sage, dass der Preis keine Rolle spielt, werde ich sicher keinen guten Preis erhalten“. Kurzes Schweigen im Raum. Womit ich nun aber nicht gerechnet hätte, ist folgende Frage: „Können Sie sich bei uns überhaupt einen Anzug leisten?“ Meine Antwort: „Keine Ahnung, weil ich nun wieder gehe und jedem den ich kenne, sage, dass Sie ein ….Laden sind“. Geschockt und ein wenig konsterniert, verlasse ich den Laden. Irgendwo online ist bestimmt „Sale“, da werde ich mindestens einen Anzug bekommen. Oder bei Outfittery bestellen, die schlagen einfach Sachen vor, da muss ich nicht mal mit jemandem reden und wenn mir was nicht gefällt oder zu teuer oder zu billig ist, schicke ich es wieder zurück. Das klingt irgendwie einfach. Was ich bei all dem Trubel vergessen habe ist, dass meine Dame noch immer heiß auf Shoppen ist. In mehreren wichtigen Läden waren wir noch nicht. Na dann geht es einfach weiter. Leider ergaben sich dabei noch unzählige Geschichten, die irgendwie so sind, wie die bereits beschriebenen. Ich möchte das aber nicht mehr. Da bin ich wohl nicht der Einzige und ein toller deutscher Musiker hat da sogar ein Lied drüber geschrieben. Der Typ heißt Fatoni – zweite Zeile hören:

text: lukas bruns
grafik: désirée keller